Oherrn-Orden

Der Oherrnorden ist eine Auszeichnung, welche die Faschingsgesellschaft Lari-Fari Diesenbach an Personen des öffentlichen Lebens verleiht, die sich in besonderem Maße um das heimatliche, fastnächtliche Brauchtum verdient gemacht haben. Die Auszeichnung wurde unter Präsident Jörg Gabes 2003 gestiftet und darf maximal einmal im Jahr verliehen werden.

Trageweise: An Halskette.Darf in jeder Faschingssession getragen werden.

Bisherige Verleihungen:

  • Altbürgermeister Johann Zelzner (2003)
  • MdL Tanja Schweiger (2009)
  • 1. Bürgermeister Siegfried Böhringer (2012)
  • Radio Charivari, Programmchef Harry Landauer (2015)

Die Sage vom Oherrn:

Vor mehr als 100 Jahren hat sich in Regenstauf eine Begebenheit zugetragen, die bis auf den heutigen Tag noch nicht vergessen ist. Die Not war seinerzeit fast in jedem der kleinen Tagelöhnerhäuschen daheim. So ist es auch verständlich, daß einer seiner Bewohner, der zugleich eine stattliche Kinderzahl sein eigen nannte, in aller Heimlichkeit eine Sau stahl und sie auch schlachtete, um die hungrigen Mäuler zu stopfen. Aber schon nach wenigen Stunden erfuhr der Tagelöhner, daß man auf der Suche nach dem gestohlenen Schwein war. Der Oherr Schmückt noch heute den Regenstaufer Sagenbrunnen.

In aller Eile schleppte er daher die noch ungeteilte Diebesbeute über die Bodenstiege in eine kleine Kammer und legte sie dort behutsam in ein Bett, gleich einem Schwerkranken deckte er sie fürsorglich zu. Nur noch der „Saukopf“ verriet die wohlverwahrte Beute. Flugs nahm sich der geängstigte Dieb die Zipfelhaube vom Kopf und stülpte sie seinem Opfer so geschickt über, daß nur noch der Rüssel und die geschlossenen Augen der Sau sichtbar waren. Nach getaner Arbeit verließ er die Kammer und begab sich in die einzige Stube zu ebener Erde.

Schon pochte es an der Tür. Ein Schandarm erschien, der beauftragt war, bei dem der Tat verdächtigten Tagelöhner Hausdurchsuchung zu machen. So kam er auch vor die Bodenkammer. Als er Miene machte, sie zu betreten, stellte sich der Tagelöhner vor die Tür, jeglichen Zutritts zum Diebesversteck verwehrend. „Do koanst net eine, doa liegt unsa kranka Oherr drin!“ Doch der Diebesbeflissene ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen, schob den Tagwerker beiseite, und betrat die Kammer. Er traute seinen Augen nicht, als er den angeblichen Oherrn im Bett fand, der sich bei näherem Betrachten als die gesuchte Sau entpuppte. „Ah dös is eier kranka Oherr! Der schlaft aber recht guat! Geh ma, daß er net wach wird“ sprachs und brachte den überführten Dieb in sicheren Gewahrsam. So fand die Fürsorglichkeit des armen Taglöhners ein jähes und tragisches Ende. Was die Erzählung an Dichtung und Wahrheit birgt, läßt sich heute nicht mehr genau feststellen.

Quelle: Oberpfälzer Sagen, aufgeschrieben von Franz Xaver von Schönwerth (1810 – 1886). Der Oherr ziert heute noch mit einem Motiv den Sagenbrunnen am Regenstaufer Marktplatz, der am 14. September 1986 feierlich eingeweiht wurde.

Faschingssonntag, 14 Uhr!